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Geschichte des Line Dance

Die ursprüngliche Form des Tanzes ist – wie die Entwicklung des Volkstanzes in vielen Kulturen zeigt – der Gruppentanz. Line Dance ist konzeptionell ein Gruppentanz, auch wenn Soli möglich sind. Er wird deshalb häufig als eine moderne Ausprägung des ursprünglichen Gruppentanzes gesehen. Damit bildet der heutige Line Dance (nicht zu verwechseln mit anderen historischen Linien-Tanz-Arten) das Gegenstück zu allen traditionellen und modernen Formen des Paartanzes.

Zeittafel der Line Dance-Geschichte

Datum

Ereignis

Tänze

Frühzeit

Volkstänze

Volkstänze (Längsrichtung)

um 1600

Country Dances - England

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19.Jhdt.

Square Dance & Contra Dances - USA

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Ende 19.Jhdt.

Country & Western Dance - USA

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19.Jhdt.

Ballett - Broadway USA

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1940-1960er

Contra Dance fängt an Vorläufer des modernen Line Dance zu entwickeln

The Stroll (1940er)

1960er

Contra-Linedances werden hip

Hully Gully, Mashed Potatoes

1970er

Disko "Line Dances"

Bus Stop, Nut Bush

1980

Erste 'anerkannte' Linedances

Tush Push, Four Corners

frühe 1980er

Urban Cowboy - Beginn des Country Einflusses

Cotton-Eyed Joe, Two Step

1981

Oak Ridge Boys bringen "Fancy Free" heraus

Elvira

Ende 1980er-1992

Rock 'n Roll & Pop dominiert Linedance

Copperhead Road, Cruisin', Electric Slide, Mustang Sally

1992

Achy Breaky Heart - Linedancing und Country Musik werden als  Einheit gesehen

Achy Breaky Heart

Mitte 1990er

“Sintflut” von Country Linedances

Waltz Across Texas, Linda Lu, Hot Tamales, Midnight Waltz, Dance Ranch Romp, Cowgirl's Twist, Smokey Places, etc.!

1994-1999

Entwicklung weg von Country Music setzt ein

13 MWZ, Cha Cha Lengua, Hey Bruce, Coastin', Quando When Quando, Red Hot Salsa, Funky  Town, etc.

2000's

Linedance ist ein Mix von Musikstilen aller Art

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Internetrecherche:   Udo W. Bachmann

Western Square Dance auch “Modern Western Square Dance” oder “Modern American Square Dance” genannt. Diese moderne Form des Square Dance wird weltweit getanzt und  ist auch der offizielle Volkstanz der meisten Bundesstaaten der USA. Dabei werden die zu tanzenden Figuren von einem “Ansager” angesagt, der Caller genannt wird. Es gibt “speaking calls” (die Figuren werden während der Musik angesagt) und “singing calls” (der Caller singt den Liedertext und “baut” seine Figuren in den Text mit ein).

Round Dance ist eine amerikanische Form des Gesellschaftstanz, bei dem ebenfalls die Figuren angesagt werden; der Ansager wird hier als Cuer bezeichnet. Er wird paarweise auf einer großen Kreisbahn getanzt.  Figuren und Rhythmen sind vom Walzer, Rumba, Paso Doble usw. bekannt.

Clogging ist eine meist weniger bekannte Variation des Stepptanzes. Es wird einzeln oder in Formationen getanzt.

Contra Dance ähnelt dem traditionellen Square Dance; die Tanzpaare bilden jedoch  kein Quadrat, sondern zwei lange Reihen mit mehr als vier Paaren, die  sich gegenüberstehen.

Line Dance wird durch einzelne Personen getanzt, die alle die gleiche  Blickrichtung haben. Typisch war hier zuerst die Limitierung auf Country-Musik - das hat sich aber im Laufe der Zeit geändert, so dass mittlerweile zu fast allen Musikrichtungen und Musikstilen getanzt wird..

Während es beim traditionellen Square Dance, so wie beim Line Dance, fest vorgegebene Choreographien gibt, ist die Reihenfolge der Figuren beim modernen  Square Dance (ähnlich beim Round Dance) mehr oder weniger spontan, einzig und allein der Caller bzw. Cuer weiß, welche Figur als Nächstes getanzt wird. Je nach choreographischer  Technik werden vorbereitete Figurenkombinationen benutzt oder spontan  entschieden, welche Figur den erwünschten Effekt hat.

Entwicklung

Der Line Dance entwickelte sich gemäß den gesicherten Berichten im Laufe des 20. Jahrhunderts hauptsächlich in den USA, teilweise aus dem Showtanz. Die amerikanische Fernsehsendung American Band Stand (1952 bis 1989) hatte bereits im ersten Jahr 1952 eine wöchentliche Rubrik, in der die jeweils neuesten Line Dances vorgestellt wurden. Der Beitrag von Line Dance zur damaligen Tanzkultur in Clubs und Tanzlokalen war eine Ergänzung zum vorherrschenden Paartanz. In Europa, bedingt durch die Nachkriegsordnung des Zweiten Weltkriegs und der verbreiteten Meinung, dass insbesondere die amerikanische Musik besonders modern sei, wurde auch Line Dance, etwa ab den 1960er Jahren, in Schließlich wurde der Line Dance von der US-Country-Industrie als ergänzendes Marketing-Instrument aufgegriffen. Diese kombinierte ihn mit ihrer Musik und bestimmte damit dessen primäre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit für mehrere Jahrzehnte. Das führte unter anderem zur Zuordnung von Line Dance zur Kategorie Country & Westerntanz.

Als Meilenstein zur endgültigen amerikanischen und weltweiten Verbreitung gilt der Musik-Titel Achy Breaky Heart in der 1992er Interpretation des US-Musikers Billy Ray Cyrus, dem mehrere sehr bekannte und beliebte Line Dances choreografisch und faktisch durch die Tanzpraxis zugeordnet sind.

Zwischenzeitlich hat sich Line Dance in Art und Umfang zu einer eigenständigen, mehr als nur abendfüllenden Tanzart entwickelt. Das verwendete Musikspektrum besteht weiterhin aus Pop- und Disco- und Country-Stücken, jedoch sind viele andere tanzbarer Gernes dazu gekommen, so etwa Rock, Klassik und die zahlreichen Arten regionaler Musik, so dass im Endeffekt keine wirkliche musikalische Begrenzung mehr möglich ist. In Deutschland ist Line Dance als Freizeitsport seit 2002 anerkannt. Im Rahmen des Deutschen Tanzsportabzeichens (DTSA) gibt es eine eigene Prüfung für Line Dance.

Choreografie

Meist hat ein Autor eine Choreografie speziell für genau eine Interpretation eines Musiktitels entwickelt. Oft  werden für die fixierten Schrittfolgen noch weitere, alternative Musiktitel angegeben. Die Fixierung von Choreografien erfolgt per Schrittbeschreibung (häufig auch engl. stepsheet). Immer noch sehr häufig wird Country-Musik benutzt. Aktuelle Interpreten des Genres wie Shania Twain oder Keith Urban werden gerne aufgegriffen. Ähnlich oft werden Choreografien zu aktuellen Popsongs oder Rock-’n’-Roll-Oldies verfasst. Das Tempo der gewählten Musik und damit der verfügbaren Choreografien umfasst ein sehr breites Spektrum. Auch unterscheiden sich die Choreografien stark in ihren Anforderungen an die Fähigkeiten der einzelnen Tänzer. Es wird entsprechend in der Regel angegeben, an welchen Kenntnis- und Fähigkeitsstand sich die jeweilige Choreografie richtet.

Die Choreografien tragen Namen wie beispielsweise Bread and Butter, Electric Slide oder Just a Kiss. Während Anfänger mit einem Repertoire von z. B. 10 bis 20 Tänzen zu fast jeder Musik einigermaßen passende Schrittfolgen finden können, beherrschen Fortgeschrittene oft rund hundert oder mehr Tänze. Die einzelnen Tänze lassen sich nach ihrer Verwandtschaft zu anderen Tanzstilen in Gruppen kategorisieren. Es finden sich dabei Begriffe wie Walzer, Cha-Cha-Cha, Rumba, Polka und viele weitere Klassen und Bezeichnungen des Paartanzes wieder. Mittels der Oberbegriffe Rise & Fall, Smooth, Cuban und Lilt wird eine Zuordnung zu den jeweiligen Musikrichtungen und Rhythmen vorgenommen:

 Rise & Fall:

 Langsamer Walzer, Wiener Walzer, Waltz

 Smooth:

 Quick Step, Tango, Hustle, Texas Two Step, West Coast Swing, Night Club Two Step

 Cuban: 

 Cha Cha, Mambo, Rumba, Merengue

 Lilt:

 East Coast Swing/Jive, Polka, Samba, Irish, etc.

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Um den zur Verfügung stehenden Platz auf Veranstaltungen nicht zu sehr zu beanspruchen, wurde aufbauend auf den schon länger existierenden Tanzordnungen der Tanzflächen bei Standard und Latein eine Aufteilung entwickelt, die auch Line Dance einschließt.

Aufbau

Die Schrittfolgen einer Choreographie wiederholen typisch nach einem Vielfachen von 8 Schritten. Häufig sind es 32, 48, 64 oder 128 Schritte. Andere Schrittzahlen sind möglich und werden auch benutzt. Diese können und werden häufig durch Zwischenschritte (Synkopen) ergänzt werden, welche z. B. auf “&” (z.B. Shuffle / Chassi) bzw. auf “a” (vgl. Samba Rhythmen) in der tatsächlichen effektiven Länge gesteigert. Je nach Anzahl und Abfolge der im Tanz enthaltenen Drehungen können die Tänzer nach Ende der Schrittfolge in eine andere Richtung (zur Wand, englisch: Wall) blicken. Man spricht daher von 1-Wall-, 2-Wall- oder von 4-Wall-Tänzen. Vereinzelt werden auf den niedergeschriebenen Choreographien sogar die beiden möglichen Drehrichtungen, wie durch die Wände-Definition erreicht, vermerkt – das sind "im Uhrzeigersinn" (engl. clockwise, CW) und gegen den Uhrzeigersinn (engl. counter clockwise, CCW).

Es gibt Tänze, die als phrased bezeichnet werden und die sich durch eine Aneinanderreihung von Einzelsequenzen darstellen. Hierbei werden mehrere Passagen so kombiniert, dass sie dem Musikstück weitestgehend angeglichen sind. Kleinere Abweichungen von einem Standard-Muster werden dagegen als restart (Abbruch der Sequenz mit Neustart) oder tag/Brücke (spezielle Überleitung mit wenigen Takten) bezeichnet; weiterhin gibt es Initial- und Final-Sequenzen, die allesamt nur mit einer speziellen Interpretation des entsprechenden Musikstücks sinnvoll zu kombinieren sind.

Als Variationen (engl. variations) werden Erweiterungen des Grundmusters einer bestehenden Choreographie bezeichnet. Sie können versehentlich zustande kommen, spontan entdeckt werden oder auch selbst choreographiert sein. Dabei ist es (mit Ausnahme von Solos) wichtig, dass die Laufrichtung des Tanzes erhalten bleibt und der Freiraum der Tanznachbarn nicht über Gebühr beeinträchtigt wird. So ist es z. B. möglich, aus zwei geraden Schritten nach vorne eine progressive ganze Drehung mit zwei Schritten zu machen. Sehr viele Variationen lassen insbesondere die in einfachen Choroegrafien meist nicht oder nur sehr vereinzelt angegebenen Armbewegungen zu. Anlehnung an die bei den Paartanzarten bemühten Bewegungen sind möglich, genauso wie die Wahl von Posen für Halte-Schritte und das Finale. In fortgeschrittenen Stufen des Turnier-Tanzes sind Variationen meist nicht nur erlaubt, sondern sogar ein ganz wichtiges weiteres Wertungselement, weil hiermit die individuelle Kreativität im Vorfeld durch die Auswahl sowie die Fähigkeit zur gefälligen Umsetzung mit Geist und Körper durch den Tänzer bewertet werden kann. Auf freien Tanzveranstaltungen zu Konserven- oder Live-Musik sind Variationen ebenso anzutreffen, sofern im Sinne der Sicherheit die Abstände zwischen den Tänzern für die zusätzlichen Bewegungen groß genug sind und im Sinne der Etikette keine anderen Tänzer beständig aus ihrer Konzentration gebracht werden.

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